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Klinische Studie SHAPE stärkt den Standort der Universitäts-Biobank

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(Bild/Logo-Design: Carolin Washeim)

Novum: Mit SHAPE wird die Leipziger Universitäts-Biobank erstmals für eine klinische Studie unter der Sponsorschaft der Universität Leipzig genutzt. Als eine der größten ihrer Art in Deutschland soll die Leipzig Medical Biobank weiter ausgebaut werden und Ärzten und Wissenschaftlern der Leipziger Universitätsmedizin als Forschungsgrundlage auch im Rahmen klinischer Studien dienen. 

Bei SHAPE handelt es sich um eine randomisierte klinische Studie der Phase II, die unter der Leitung von Prof. Uwe Platzbecker und der Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie multizentrisch initiiert und durchgeführt wird.

Durch die regelmäßige Überwachung der so genannten messbaren Resterkrankung (MRD, measurable residual disease) bei Patienten mit akuten myeloischen Leukämien sowie myelodysplastischen Syndromen soll ein möglicher Rückfall früh erkannt und therapiert werden. Weiterhin soll gezeigt werden, dass eine neue Kombinationstherapie aus zwei Medikamenten im Vergleich zur Standard-Monotherapie wirksamer ist; d.h. im Idealfall eine komplette Eradikation der messbaren Resterkrankung gelingt und ein Rückfall der Erkrankung ausbleibt. Die MRD soll dabei mit einer hochsensitiven molekularen Methode im Blut gemessen werden. Dafür werden den Patienten/Probanden regelmäßig Blutproben entnommen. Ein Teil der Proben wird der Biobank zugeführt und steht zukünftigen Forschungsfragen zur Verfügung.

Universitätseigene Biobank Leipzig
Universitätseigene Biobank Leipzig (© Zentrum für Klinische Studien/Juliane Dorn)

Begleitend zur SHAPE-Studie laufen translationale Forschungsprojekte mit dem Ziel, Immunzellen in Knochenmark und Blut, sowie häufig mutierte Gene zu analysieren. Neben Leipzig konnten 19 weitere Standorte in Deutschland und Österreich für die Studienteilnahme begeistert werden.  Die an diesen Kliniken gewonnenen Proben werden an die Leipziger Biobank gesendet, dort aufbereitet, gelagert und für die beiden Forschungsvorhaben bereitgestellt. Damit stellt die SHAPE-Studie eine Pionierstellung dar, denn erstmals wird die Biobank in eine klinische Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig involviert. Entsprechende Drittmittel wurden extra dafür eingeworben.

Leipziger Ärzte und Wissenschaftler sollen Biobank für Forschungsvorhaben und klinische Studien nutzen können

Die Biobank ist aus dem Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationskrankheiten (LIFE) hervorgegangen, das häufige Leiden wie Diabetes, Depression, Allergien oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Leipziger Bevölkerung analysiert.

In der seit 2010 aufgebauten Biobank sind bisher weit über 1 Million Bioproben gelagert, womit die aus der LIFE-Studie erwachsene universitätseigene Leipzig Medical Biobank mittlerweile zu den größten in Deutschland zählt. Seit 2017 werden darüber hinaus Proben von Patienten mit unterschiedlichsten Krebserkrankungen in Kooperation mit diversen Institutionen des Universitätsklinikums Leipzig gesammelt. Die über Jahre gewonnene Expertise in der Probenaufbereitung, der fachgerechten Lagerung und Datenverarbeitung kann damit vielseitig genutzt werden. So soll es Ärzten und Wissenschaftlern möglich sein, Proben aus eigenen Forschungsvorhaben oder aus klinischen Studien fachgerecht und langfristig einzulagern und später für Forschungsvorhaben zu nutzen.

Auf die in der LIFE-Studie gewonnene Expertise stützt sich nun die SHAPE Studie, um mit der universitätseigenen Biobank einen kompetenten Partner in der Lagerung sensibler Proben an der Seite zu wissen.

Links:

Biobank

Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie

 

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