So erklärt es uns der Studienleiter, Prof. Dr. Rolf Wachter:
Die Antwort lautet, dass die Pulmonalvenenisolations-Ablation (PVI) bei Vorhofflimmern wirksam ist, aber die Lebensqualität der Patient:innen nicht signifikant mehr verbessert als eine Schein-Prozedur. Anders gesagt: die Prozedur ist effektiv, aber der Gewinn an Lebensqualität steckt nicht in der Ablation selbst, sondern im Drumherum: Gespräche mit den Patient:innen, Aufklärung über die Erkrankung, Medikamentenoptimierung, menschliche Zuwendung etc.
Studienleiter Wachter weiter: "Wir neigen dazu, die technischen Prozeduren zu überschätzen und die menschliche Zuwendung zu unterschätzen".
Welche weiteren Fragen ergeben sich jetzt daraus?
Vielleicht sollte man mehr differenzieren, ergänzt Wachter: Bei Patienten mit mehreren Nebenerkrankungen (Herzinsuffizienz, Schlaganfall, orthopädische Probleme …) ist der Lebensqualitätsgewinn durch die Ablation/durch PVI allein wahrscheinlich kleiner als erhofft. Die Effektivität der Prozedur zur Reduktion von Vorhofflimmern ist unbestritten. Die Frage ist nur, wie viel der Patient davon merkt als Gewinn an Lebensqualität. Das werden wir jetzt diskutieren und daraus ggf. neue Studienideen ableiten.
👇Links
- Hier geht es zur Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät mit ausführlichen Informationen zur Studie: https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/behandlung-bei-vorhofflimmern-studie-zeigt-neue-erkenntnisse-zur-lebensqualitaet-2026-08-31
- Artikel zur Studie in ‚The Lancet‘: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(26)01558-8/fulltext
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